Bild Giebel EMA 70

Giebelgestaltung an der E.-M.-Arndt-Straße 70

16. Juni 2026

Zeitungsartikel vom 12.06.2026, Nordkurier – Strelitzer Zeitung, Text und Foto: Sebastian Graulich

Auffälliges 3D-Bild am Plattenbau dient gleich mehreren Zwecken

Bei der Neustrelitzer Wohnungsgesellschaft mag man es offenbar bunt. Der Giebel am Wohnblock der Ernst-Moritz-Arndt-Straße 70 fällt durch seine neue Gestaltung
auf.

NEUSTRELITZ – Er ist ziemlich auffällig, der Giebel an der Karbe-Wagner-Straße, Ecke Ernst-Moritz-ArndtStraße in Kiefernheide. Ein 3D-Bild ziert diese Wand, gestaltet von Berliner Künstlern. Neustrelitz ist damit nach Rostock die zweite Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, die an einem bundesweiten Projekt namens „Deine Zukunft ist bunt“ (DZIB) teilnimmt.

Das DZIB-Projekt des Farbenherstellers Brillux soll junge Menschen für das Malerhandwerk begeistern, sagt Angelika Milbredt-Otto, Abteilungsleiterin Technik bei
der Neustrelitzer Wohnungsgesellschaft (Neuwo). Sie und Neuwo-Geschäftsführer Uwe Engelmann sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Natürlich habe es im Aufsichtsrat
auch Diskussionen über den Entwurf gegeben. Doch das sei gut so. Die genutzten Farben Magenta, Grün und Blau seien die Primärfarben der Neuwo, erklärt Angelika Milbredt-Otto. Die Neuwo hoffe, dass die Bewohner ihr Zuhause durch das Bild noch mehr akzeptieren und sich mit dem Wohngebiet besser identifizieren.
Die Neuwo habe sich beworben, indem sie ein eigenes Projekt, eine Fassade mit der Magenta-Farbe an einem anderen Wohnblock im Pablo-Neruda-Ring, vorstellte. Damit wollte das Unternehmen zeigen, dass es auch mal etwas Neues wagt und offen ist für eine neue Gestaltung. Daraufhin habe sie den Zuschlag bekommen. Die Kosten trage die Farbenfirma. Die Farben am Giebel seien um den Block herum weitergeführt worden. Denn in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße 64 bis 70 werde ohnehin gerade kräftig saniert.

Unter anderem hätten die Giebel eine Wärmedämmung bekommen, auch Fugen würden gedämmt. Balkone würden eine neue Beschichtung erhalten und der Dachbelag erneuert. Bei der Heizung werde vom bisherigen Ein-Rohr auf ein Zwei-Rohr-Heizsystem umgestellt. So wolle man die Energieeffizienz steigern und die Betriebskosten
für alle Mieter senken, sagt Uwe Engelmann. Eine Mieterhöhung solle es nicht geben. Die Neuwo wolle sich zudem bei den Mietern für die Einschränkungen und Unannehmlichkeiten während der Sanierung entschuldigen, so Angelika Milbredt-Otto. Die Sanierung solle im Juli beendet werden.

Die Maler für die Giebelwand zur Karbe-Wagner-Straße seien Künstler der Berliner Firma Graco, die für Brillux in ganz Deutschland solche Wandbilder malen. Angelika
Milbredt-Otto nennt die Maler ausdrücklich Künstler. Sie hätten vieles frei Hand gemalt und dabei eine erstaunliche räumliche Tiefe erreicht. Im unteren Bereich gebe es
zum Beispiel einen Menschen auf einer Leiter, was sehr realistisch aussehe. Die Entscheidung für das Motiv mit der Frau auf der Leiter komme nicht von ungefähr, erklärt
der Chef der Malergruppe mit dem Künstlernamen „Mocx Dabbert“. „Wir haben immer eine Malerin mit drauf, um auch Frauen für den Beruf zu begeistern, was nach wie vor
sehr schwierig ist.“ Der Entwurf sei von ihm, dann von Brillux abgesegnet und schließlich von der Neuwo noch einmal angepasst worden. Es sei ihm auch darum gegangen, die Platte räumlich zu machen, organischer. „Wir bekommen hier herrliche Fotos, um neue Kunden zu gewinnen.“ Er und sein Team hätten wochenlang in hohem Tempo
gearbeitet. Mit dem Ergebnis sei er zufrieden.